Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Typ-1-Diabetes

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Diabetes Typ1
Wissenswertes zu Typ-1-Diabetes

Im Glossar erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Begriffe zum Thema Diabetes. Sie erfahren mehr über Folgen von Typ-1-Diabetes wie Über- oder Unterzuckerungen oder eine schwerwiegende Ketoazidose. Auch die verschiedenen Arten des Insulins und relevante Begriffe rund um die Entstehung von Typ-1-Diabetes werden erläutert.

Wissenswertes zu Typ-1-Diabetes

Glossar

Analoginsulin
Insulin, dessen chemischer Aufbau so modifiziert wurde, dass es eine längere oder kürzere Wirkungsdauer als Normalinsulin besitzt

Antigen
Substanz (Eiweiß), die das Immunsystem als körperfremd erkennt und daraufhin spezifische Antikörper bildet, die mit dem Antigen reagieren und dadurch dessen Zerstörung veranlassen

Antikörper
vom Immunsystem als Antwort auf ein Antigen gebildetes Eiweiß

Beta-Zellen
Zelltyp in den Langerhansschen Zellen der Bauchspeicheldrüse, der Insulin produziert

Insulin
Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird; reguliert den Glukosegehalt im Blut dadurch, das es die Aufnahme von Glukose in die Körperzelle ermöglicht

Glukose
Einfachzucker; Energielieferant für Körperzellen

Hypoglykämie
Unterschreitung des Normwertes für den Blutzuckerspiegel

Hyperglykämie
Überschreitung des Normwertes für den Blutzuckerspiegel

Ketoazidose
auch: diabetisches Koma; Stoffwechselentgleisung aufgrund einer starken Unterversorgung des Körpers mit Energie, die schwerwiegende Folgen haben kann

Pankreas
Bauchspeicheldrüse

Normalinsulin
Insulin, dessen chemischer Aufbau nicht verändert wurde; heute meist Humaninsulin bzw. künstlich hergestelltes Insulin

14. April 2022
Das tägliche Blutzuckermessen kann die Haut eines Diabetikers in Mitleidenschaft ziehen, daher ist die Pflege besonders wichtig.
  
08. April 2022
Die Steinzeitdiät kann den Nüchtern-Blutzucker beeinflussen.
  
13. Oktober 2021
Gerade während der Corona-Pandemie sind viele Betroffene und Mitglieder von Selbsthilfegruppen verzweifelt, denn die Treffen konnten nicht mehr stattfinden.
  
02. Juli 2021
1990 gegründet konnte der Verein Diabetiker Thüringen 2020 sein 30-jähriges Bestehen feiern. Neben Beratungen organisiert der Verein auch regelmäßig Veranstaltungen.
  
Therapie Diabetes Typ1

Typ-1-Diabetiker sind auf die tägliche Zufuhr von Insulin angewiesen, da der Körper nicht mehr in der Lage ist, dieses Hormon zu produzieren. Bei der intensivierten konventionellen Insulintherapie wird ein Basisinsulin, das den Grundbedarf deckt und ein Bolusinsulin, welches auf die Mahlzeiten abgestimmt ist, injiziert. Eine weitere Variante ist die Insulinpumpentherapie, bei der die Insulinpumpe zu festgelegten Zeiten Insulin abgibt. Die Dosis kann per Knopfdruck erhöht und somit an Faktoren wie Ernährung oder Bewegung angepasst werden. Damit Diabetiker den richtigen Umgang mit ihrer Erkrankung lernen und mehr über die Therapieoptionen erfahren, bieten sich Diabetiker-Schulungen an.

Bei Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Körper das Hormon Insulin nicht mehr produzieren kann. Dadurch ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht und die Betroffenen leiden u. a. an starkem Harndrang und Durst sowie Müdigkeit. Betroffene von Typ-1-Diabetes müssen den Insulinmangel durch eine täglich zugeführte, individuell abgestimmte Insulindosis ausgleichen. Dabei unterscheidet man lang und kurz wirkendes Insulin. Das lang wirkende Insulin deckt den Grundbedarf des Körpers, während das kurz wirkende Insulin auf die jeweils geplante Mahlzeit abgestimmt werden muss. Bei einer falsch eingestellten Insulindosis können Über- oder Unterzuckerungen die Folge sein. ­

Bei Typ-1-Diabetes werden die insulinproduzierenden Zellen – auch Beta-Zellen genannt – die sich in der Bauchspeicheldrüse befinden, aus bisher nicht geklärten Gründen zerstört. Neben der Möglichkeit einer erblichen Veranlagung können auch infektiöse Erkrankungen oder die Ernährung Gründe für die Entstehung von Typ-1-Diabetes sein. Bei einer Vielzahl der Fälle tritt die Erkrankung bereits in jungen Jahren auf, wird aber aufgrund der zu Beginn noch sehr unauffälligen Symptome häufig erst später entdeckt. Es gibt auch Menschen, die im hohen Alter an Typ-1-Diabetes erkranken,  die Wahrscheinlichkeit, die Diagnose vor dem 40. Lebensjahr zu erhalten, ist jedoch wesentlich größer.