Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Typ-1-Diabetes

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Diabetes Typ1
Wissenswertes zu Typ-1-Diabetes

Im Glossar erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Begriffe zum Thema Diabetes. Sie erfahren mehr über Folgen von Typ-1-Diabetes wie Über- oder Unterzuckerungen oder eine schwerwiegende Ketoazidose. Auch die verschiedenen Arten des Insulins und relevante Begriffe rund um die Entstehung von Typ-1-Diabetes werden erläutert.

Wissenswertes zu Typ-1-Diabetes

Glossar

Analoginsulin
Insulin, dessen chemischer Aufbau so modifiziert wurde, dass es eine längere oder kürzere Wirkungsdauer als Normalinsulin besitzt

Antigen
Substanz (Eiweiß), die das Immunsystem als körperfremd erkennt und daraufhin spezifische Antikörper bildet, die mit dem Antigen reagieren und dadurch dessen Zerstörung veranlassen

Antikörper
vom Immunsystem als Antwort auf ein Antigen gebildetes Eiweiß

Beta-Zellen
Zelltyp in den Langerhansschen Zellen der Bauchspeicheldrüse, der Insulin produziert

Insulin
Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird; reguliert den Glukosegehalt im Blut dadurch, das es die Aufnahme von Glukose in die Körperzelle ermöglicht

Glukose
Einfachzucker; Energielieferant für Körperzellen

Hypoglykämie
Unterschreitung des Normwertes für den Blutzuckerspiegel

Hyperglykämie
Überschreitung des Normwertes für den Blutzuckerspiegel

Ketoazidose
auch: diabetisches Koma; Stoffwechselentgleisung aufgrund einer starken Unterversorgung des Körpers mit Energie, die schwerwiegende Folgen haben kann

Pankreas
Bauchspeicheldrüse

Normalinsulin
Insulin, dessen chemischer Aufbau nicht verändert wurde; heute meist Humaninsulin bzw. künstlich hergestelltes Insulin

30. September 2020
Einige Menschen mit Diabetes bauen sich ihre eigenen Closed-Loop-Systeme, eine Kombination aus Insulinpumpe und Blutzuckersensor.
  
23. September 2020
1990 gegründet konnte der Verein Diabetiker Thüringen 2020 sein 30-jähriges Bestehen feiern. Neben Beratungen organisiert der Verein auch regelmäßig Veranstaltungen.
  
08. September 2020
2010 erhielt Stephanie Haack die Diagnose Typ-1-Diabetes, seit 2015 betreibt sie ihren eigenen Blog rund um das Leben mit der Erkrankung.
  
24. März 2020
Eine häufige Folgeerkrankung von Diabetes sind Nervenschäden, die zu Missempfindungen und einem gestörten Temperatur- und Berührungsempfinden führen.
  

Bei Typ-1-Diabetes werden die insulinproduzierenden Zellen – auch Beta-Zellen genannt – die sich in der Bauchspeicheldrüse befinden, aus bisher nicht geklärten Gründen zerstört. Neben der Möglichkeit einer erblichen Veranlagung können auch infektiöse Erkrankungen oder die Ernährung Gründe für die Entstehung von Typ-1-Diabetes sein. Bei einer Vielzahl der Fälle tritt die Erkrankung bereits in jungen Jahren auf, wird aber aufgrund der zu Beginn noch sehr unauffälligen Symptome häufig erst später entdeckt. Es gibt auch Menschen, die im hohen Alter an Typ-1-Diabetes erkranken,  die Wahrscheinlichkeit, die Diagnose vor dem 40. Lebensjahr zu erhalten, ist jedoch wesentlich größer.

Diagnose Diabetes Typ-1

Mögliche Symptome bei Typ-1-Diabetes sind u. a. Gewichtsverlust, vermehrter Harndrang oder Erschöpfung. Um einen Typ-1-Diabetes festzustellen, kann vom Arzt eine Messung des Blutzuckergehalts oder ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt werden. Auch ein Test auf vorhandene Antikörper kann hilfreich sein, da diese beim Typ-1-Diabetes eine relevante Rolle spielen. Der sog. HbA1c-Wert bietet sich als alleiniges Mittel für eine Diagnose weniger an, da er bei Typ-1-Diabetikern Schwankungen unterliegt. Nach der Diagnose sollte der Arzt auch auf mögliche Folgeerkrankungen hin untersuchen. Die Gefahr von Folgeschäden ist vor allem dann erhöht, wenn die Erkrankung erst spät entdeckt wird.

Therapie Diabetes Typ1

Typ-1-Diabetiker sind auf die tägliche Zufuhr von Insulin angewiesen, da der Körper nicht mehr in der Lage ist, dieses Hormon zu produzieren. Bei der intensivierten konventionellen Insulintherapie wird ein Basisinsulin, das den Grundbedarf deckt und ein Bolusinsulin, welches auf die Mahlzeiten abgestimmt ist, injiziert. Eine weitere Variante ist die Insulinpumpentherapie, bei der die Insulinpumpe zu festgelegten Zeiten Insulin abgibt. Die Dosis kann per Knopfdruck erhöht und somit an Faktoren wie Ernährung oder Bewegung angepasst werden. Damit Diabetiker den richtigen Umgang mit ihrer Erkrankung lernen und mehr über die Therapieoptionen erfahren, bieten sich Diabetiker-Schulungen an.